Essentials of a Customer driven digital Platform
Chapter 05 „Data driven Business“

CDDP
Nachdem wir im letzten Blog die Notwendigkeit des Wandels hin zu einer agilen IT-Organisation im Kontext der „Cloud-first“ Strategie erläutert haben, wenden wir uns nun einem ganz anderen, nicht weniger wichtigen Thema zu. Unternehmen, die ihre spezifische „Customer driven digital Platform“ aufbauen möchten… …müssen sich hin zum „Data driven Busines“ entwickeln. Im Zusammenhang mit Digitalisierung wird viel über das datengesteuerte Unternehmen gesprochen. Was bedeutet das, und warum ist es so wichtig? Einfach ausgedrückt: ein datengesteuertes Unternehmen nutzt Daten, um Entscheidungen zu treffen. Das mag offensichtlich klingen, aber es ist eine radikale Veränderung gegenüber der Art und Weise, wie die meisten Unternehmen bisher gearbeitet haben.
Daten müssen aufgeschlüsselt und analysiert werden, damit sie einen Wert haben. Oder anders formuliert:
aus Daten müssen Informationen werden. Dies ist die zentrale Herausforderung für das datengesteuerte Unternehmen von heute. Auf der einen Seite ernten die Unternehmen, die Daten effektiv nutzen, greifbare Vorteile. Untersuchungen von Forrester haben gezeigt, daß Unternehmen, die über ein System datengestützter Erkenntnisse verfügen, mit 140 % höherer Wahrscheinlichkeit einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil und mit 78 % höherer Wahrscheinlichkeit ein Umsatzwachstum erzielen. Forrester bezeichnete einige dieser Unternehmen sogar als „Raubtiere“, die in etablierte Märkte eindringen, indem sie Erkenntnisse mit dem Nutzererlebnis verknüpfen und kontinuierlich optimieren.
Auf der anderen Seite hinken andere Unternehmen hinterher oder ziehen sich sogar vom Konzept des datengesteuerten Unternehmens zurück. Traditionell werden Geschäftsentscheidungen nicht selten aus dem Bauch heraus getroffen, als Reaktion auf das, was gerade passiert. Man kann den Managern diesen Umstand kaum vorwerfen - wenn Unternehmen ihre Entscheidungen nicht auf der Grundlage von Daten getroffen haben, hatten sie wahrscheinlich nie genügend Daten zur Verfügung, oder sie waren nicht so aufbereitet, dass man sie zur Entscheidungsfindung hätte heranziehen können.
Vor allem aber hat die "Verfeinerung" der Big-Data-Analytik nicht mit dem Tempo Schritt gehalten, in dem das "Öl" der Daten weiter fließt. IDC hat prognostiziert, dass das Datenuniversum bis 2025 auf 175 Zettabyte bzw. 175 Milliarden Terabyte anwachsen wird, wobei mehr als die Hälfte dieser Daten von neuen IoT-Geräten stammen wird.
Dennoch berichtete Harvard Business Review im Jahr 2017, dass weniger als die Hälfte der strukturierten Daten eines Unternehmens aktiv zur Entscheidungsfindung genutzt wird, während weniger als 1 % der unstrukturierten Daten überhaupt genutzt oder analysiert werden. Um in der digitalen Wirtschaft erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen dies umkehren und Daten in den Mittelpunkt ihrer Geschäftsstrategie stellen, insbesondere dann, wenn sie sich mit dem Aufbau einer digitalen Plattform beschäftigen. Diese Daten können, wenn man sie mit statistischen Methoden („data mining“) gezielt analysiert, enorm spannende Einblicke über Kundenverhalten, Produktpräferenzen, Beziehungen zwischen Produkten, Preiselastizitäten uvm. liefern. Sie können aber auch für die Automatisierung von Geschäftsprozessen verwendet werden, und zwar da, wo Intuition und Bauchgefühl nicht mehr ausreichen, um Fülle und Komplexität der zur Verfügung stehenden Informationen bei ihrer prozessualen Verarbeitung hinreichend zu berücksichtigen. Das Zielbild ist das „Data-driven Business“, also das datengetriebene Unternehmen.
- SAP unterstützt hier auf vielfältige Weise, z.B. bei:
- Datenverwaltung durch eine Reihe von Lösungen für das Datenmanagement, darunter Stammdatenmanagement, Data Governance und Datenqualitätsmanagement. Mit diesen Lösungen können Unternehmen die Genauigkeit, Konsistenz und Vollständigkeit ihrer Daten sicherstellen, die für fundierte Entscheidungen unerlässlich sind.
- Datenintegration über die SAP Analytics Cloud (SAC). Diese Integration ermöglicht es Unternehmen, eine einheitliche Sicht auf ihre Daten aus den unterschiedlichsten Quellsystemen zu schaffen und Einblicke aus dem gesamten Unternehmen zu gewinnen.
- Künstliche Intelligenz: SAP investiert stark in künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, die Unternehmen dabei helfen können, die Datenanalyse zu automatisieren und neue Erkenntnisse aus ihren Daten zu gewinnen. SAP bietet eine Reihe von KI-gestützten Lösungen an, darunter Chatbots, vorausschauende Wartung und vorausschauende Analysen, die Unternehmen dabei helfen, einen Mehrwert aus ihren Daten zu ziehen.
Doch warum das alles?
Werden Mitarbeiter von monotonen, wenig fordernden repetitiven, fehleranfälligen Tätigkeiten entlastet, können sie sich wichtigeren, werthaltigeren Tätigkeiten widmen, sich bspw. aktiv um Prozessverbesserungen kümmern, strategisch denken oder sich fachlich weiterentwickeln. Das fördert Motivation und Mitarbeiterbindung. Wenn Geschäftsprozesse durch Automatisierung schneller und weniger fehlerbehaftet abgearbeitet werden, nutzt das am Ende allen beteiligten Parteien gleichermaßen.
Abschließend noch ein weiterer Aspekt, der die Bedeutung der Automatisierung unterstreicht. Ein nicht mehr wegzudiskutierender Trend ist die Entwicklung der IT hin zu einer „composable Architecture“, wenn man das Zielbild eines „composable Business“ zugrunde legt. Was darunter zu verstehen ist, haben wir an anderer Stelle bereits ausführlich erläutert. Muss ein weitgehend automatisierter Geschäftsprozess in einer „composable Architecture“ überarbeitet/neu gestaltet werden, so dürfte das in der Theorie überwiegend eine Frage der technischen Umsetzung sein. Ob die an dieser Stelle auf der Hand liegende These „je höher die Automatisierung der Ge-schäftsprozesse, umso einfacher die Adaption im Kontext der „composable Architecture“ an veränderte Anforderungen und Rahmenbedingungen“ zutrifft, wird die Zukunft zeigen. Denkbar ist sogar eine Entwicklung hin zur „autonomous Architecture“, deren Gegenstück in der analogen Welt die „dark Factory“ ist.
- Das Dictum lautet daher: „Automation Everywhere“.