Essentials of a Customer driven digital Platform

Chapter 06 „ Automation Everywhere“

CDDP

Im letzten Blog zum Thema „Data-driven Business“ haben wir bereits erwähnt, daß Daten für die Automatisierung von Geschäftsprozessen verwendet werden können. Heute werden wir uns der Automatisierung als solcher zuwenden und erklären, warum sie ein wichtiger Bestandteil einer digitalen Plattform ist. Dieser Blog-Beitrag beginnt daher wie üblich wieder mit einer These:

    Unternehmen, die ihre spezifische „Customer driven digital Platform“ aufbauen möchten…

    …sollten die Vorteile der Automatisierung für die tägliche Arbeit nutzen. Eigentlich ein „no-Brainer“, sollte man meinen, der auf den ersten Blick nichts mit einer digitalen Plattform zu tun hat. Denn: Ansätze dazu gab es in der Vergangenheit schon häufiger, auch in der nicht digitalen Welt. Man denke hier nur an die Möglichkeiten, die eine clever aufgesetzte Hintergrundverarbeitung ganzer Geschäftsprozesse bot, so dass diese Prozesse weitgehend automatisiert durchlaufen konnten und nur im Falle von Fehlern manuell eingegriffen werden musste.

    Moderne Technologien wie AI, Machine Learning und Image Recognition eröffnen hier völlig neue Möglichkeiten. Neue Produkte können beispielsweise über Bilderkennung einer Warengruppe zugeordnet werden, was im nächsten Schritt die automatische Anlage bestimmter Produktstammdaten ermöglicht. Damit ist das Produkt nicht notwendigerweise vollständig angelegt und muss noch vervollständigt werden, aber es ist bereits verfügbar und kann im Idealfall bereits verwendet werden, z.B. für Beschaffungsvorgänge. AI und Machine Learning-Algorithmen helfen bspw. bei der automatischen Verarbeitung von Belegen. Der „Klassiker der Automatisierung“, die automatisierte Rechnungseingangsverarbeitung, ist bereits bei vielen Unternehmen Realität. Wobei sich der Sachbearbeiter am Ende lediglich noch um das Exception-Handling kümmern muss. Im konkreten Fall der Rechnungseingangsverarbeitung geht es um die Nachbearbeitung der als fehlerhaft identifizierten und damit als nicht automatisiert prozessierbaren Rechnungen.

    Eine KI, die bei der Beseitigung der Fehlerursachen mitlernt, kann diese Aufgabe sukzessive übernehmen. In der Praxis lassen sich bei diesen Geschäftsprozeß Automatisierungsraten von weit über 90% fehlerfrei prozessierter Rechnungen erreichen. Wer mit offenen Augen seine Geschäftsprozesse durchkämmt, wird sehr wahrscheinlich weitere Ansatzpunkte für Automatisierung finden: automatische Anlage von Kundenaufträgen, Komplettierung von Lieferantenstammdatensätzen mit Daten aus öffentlich zugänglichen Datenpools, automatisierte Retourenabwicklung – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

      Doch warum das alles?

      Werden Mitarbeiter von monotonen, wenig fordernden repetitiven, fehleranfälligen Tätigkeiten entlastet, können sie sich wichtigeren, werthaltigeren Tätigkeiten widmen, sich bspw. aktiv um Prozessverbesserungen kümmern, strategisch denken oder sich fachlich weiterentwickeln. Das fördert Motivation und Mitarbeiterbindung. Wenn Geschäftsprozesse durch Automatisierung schneller und weniger fehlerbehaftet abgearbeitet werden, nutzt das am Ende allen beteiligten Parteien gleichermaßen.

      Abschließend noch ein weiterer Aspekt, der die Bedeutung der Automatisierung unterstreicht. Ein nicht mehr wegzudiskutierender Trend ist die Entwicklung der IT hin zu einer „composable Architecture“, wenn man das Zielbild eines „composable Business“ zugrunde legt. Was darunter zu verstehen ist, haben wir an anderer Stelle bereits ausführlich erläutert. Muss ein weitgehend automatisierter Geschäftsprozess in einer „composable Architecture“ überarbeitet/neu gestaltet werden, so dürfte das in der Theorie überwiegend eine Frage der technischen Umsetzung sein. Ob die an dieser Stelle auf der Hand liegende These „je höher die Automatisierung der Ge-schäftsprozesse, umso einfacher die Adaption im Kontext der „composable Architecture“ an veränderte Anforderungen und Rahmenbedingungen“ zutrifft, wird die Zukunft zeigen. Denkbar ist sogar eine Entwicklung hin zur „autonomous Architecture“, deren Gegenstück in der analogen Welt die „dark Factory“ ist.

      • Das Dictum lautet daher: „Automation Everywhere“.